Innehalten und innere Ruhe

10.07.2019

Unser Alltag ist meistens mit tausend Dingen überladen. Es fällt uns schwer, einen Moment innezuhalten. Gerade durch die Reizüberflutung des Internets gibt es kaum Augenblicke, in denen wir abschalten können. Noch kurz die neueste News anschauen oder dem Freund zurückschreiben.

All diese kleinen Reize führen dazu, dass wir nie im gegenwärtigen Moment leben. Unsere Gedanken schweifen von Nachricht zu Nachricht oder von der Vergangenheit in die Zukunft. Obwohl diese Reizüberflutungen immer nur Kleinigkeiten sind, beeinträchtigen sie unseren Alltag enorm.

Es ist deshalb wichtig im Alltag zu entschleunigen. Innehalten bedeutet, die Schönheit des Augenblickes wieder wahrzunehmen und einen bewussten Umgang mit sich selbst zu pflegen. Den eigenen Körper zu fühlen, die Gedanken zu ordnen und die Gefühle bewusst wahrzunehmen sind dabei ein wichtiger Teil.

Ob bei der Arbeit oder zu Hause, überall wird von uns erwartet, dass wir rigoros funktionieren. Wer kennt dabei das Gefühlt nicht, dass alles zu viel wird? Dass uns alle Aufgaben über den Kopf wachsen und wir nicht mehr wissen, wie wir alles schaffen können?

Am liebsten würde man alles hinwerfen und sich in irgendeine Höhle verkriechen. Von allen Aufgaben Abstand gewinnen und wieder zu sich selber finden.

Im Folgenden werde ich dir Möglichkeiten zum Innehalten aufzeigen.

Innehalten bedeutet, für sich im Alltag 2-3 Minuten eine Auszeit zu nehmen. Trotz des ganzen Stresses und den vielen Aufgaben nimmst du dir diese Zeit für dich.

Vorbereitung zum Innehalten

Setze dich aufrecht und bequem auf einen Stuhl. Die Beine sind ungefähr im 90 Grad Winkel. Spüre mit den Füssen den Kontakt zum Boden. Die Hände legst du auf die Beine oder in den Schoss. Halte den Kopf gerade, so, dass du merkst, wie deine Wirbelsäule gestreckt wird. Nun schliesst du die Augen.

Innehalten

Konzentriere dich nun auf deinen Atem. Atme tief durch die Nase ein. Spüre, wie sich deine Lungen mit Luft füllen.

Bevor du ausatmest, halte kurz 1 - 2 Sekunden inne. Erst dann atmest du die ganze Luft durch den Mund aus. Spüre den Luftstrahl, wie er aus deinem Körper immer mehr entweicht.

Zähle deine Atemzüge. Atme bei 1 ein und bei 2 aus. Führe 12 Atemzüge bewusst aus. Konzentriere dich bei jedem Atemzug auf den Atem. Spüre, wie die eingeatmete Luft in die Lungen fliesst und von dort in den ganzen Körper gelangt. Am besten gelingt dir das, wenn du dich auf die Bewegungen des Brustkorbes fokussierst. Dort spürst du, wie die Luft in deinen Körper gelangt und dann wieder entweicht.

Führe die Übung 3-mal durch. Also 3 x 12 Atemzüge.

Nachdem du die Übung durchgeführt hast, bleibst du noch kurz sitzen. Öffne deine Augen und nimm die Umgebung war. Strecke deine Arme und Beine. Stehe langsam auf.

Du wirst merken, dass diese kleine Übung eine enorme Wirkung hat.

Durch die kleine Auszeit im Alltag spürst du, dass die Zeit nicht an dir vorbeischwirrt. Obwohl die Übung nur 2 -3 Minuten dauert, kommen deine Gedanken und dein Körper zur Ruhe. Das Gefühl, dass dir alles über den Kopf wächst, verschwindet. Denn dein Gefühl für die Zeit hat sich durch die Übung verändert.

Innehalten und der Zustand der Ruhe

Entscheidend ist, dass wir im Alltag immer wieder in den Zustand der Ruhe gelangen. Seien es nur 2 - 3 Minuten. Gerade dieses Innehalten ermöglicht uns, wieder bei sich selber anzukommen und geben uns Kraft für die weiteren Aufgaben im Alltag.